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Dezember 2017


Dez
19

Dienstag, 19.12.2017
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Freitag, 22.12.2017


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Sonntag, 24.12.2017


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Sonntag, 31.12.2017


Januar 2018


Jan
1

Montag, 01.01.2018


Jan
6

Samstag, 06.01.2018


Männerchor

Kurzchronik des Vereins
(Quelle: „Streiflichter des Liederkranzes“ aus der Ortsgeschichte von Iptingen, Gemeindearchiv Wiernsheim)

Am 11. April 1841 wird ein gewichtiges Schreiben des Herrn Dekan in Knittlingen an die „wertgeschätztesten Herren Schulleiter“ seines Amtbereiches geschickt, das im „Schul-Receß-Buch“ von 1828 sechs Seiten füllt. Darin moniert der Dekan das öffentliche Auftreten „der Sing Vereine und Liederkränze, (...) die in neuerer Zeit
eine Richtung angegommen (haben), welche weit entfernt den wahren Zwecken derselben, (nämlich) der Hebung des Kirchengesanges und der Veredlung des Volksgesanges förderlich zu seyn, demselben vielmehr entgegen zu wirken geeignet ist; (…) die, statt vorzugsweise der Kirche zu dienen, mithin bei ihren Übungen den Kirchengesang, den schönsten und erhabensten, oben an zu stellen, (…) sich mehr darauf legen, es in weltlichen Gesangsweisen zu einer Kunstfertigkeit zu bringen, die (…) zu beklagen ist, dass so schöne Anlagen und Kräfte nicht für würdigeren Gesang gewonnen und gehalten werden...“ 

Schon dieser kurze Abriss des Briefes erhellt sofort das sich damals stellende Problem: der bis dahin unter der Schirmherrschaft der Kirche gepflegte geistliche Gesang steht nicht mehr allein im kulturellen Leben des Ortes. Gesangvereine oder Liederkränze entstehen, die zwar noch überliefertes kirchliches Liedgut pflegen, aber zunehmend den kühnen Schritt in weltliches Liedgut wagen. Mit Recht werden Gefahren erkannt und benannt, die damit verbunden waren und noch sind, wenn Traditionen gesprengt werden. Es war also schon ein Wagnis, wenn im gleichen Jahr Iptinger Bürger sich zusammenschlossen und im Liederkranz dem kulturellen Leben des Dorfes eine zweite Sicht gaben. Dass es dennoch ein guter Anfang wurde, beurkunden die Eintragungen des Ortsgeistlichen Schöpflin in seinen Kirchenbüchern. 

Noch vor der Gründung des Gesangvereins wird im Jahre 1837 in den Aufzeichnungen des Ortsgeistlichen die gute Leistung des Lehrers Knödel erwähnt, der mit seinem Schüler- und Erwachsenenchor wesentlichen Anteil an der musikalischen Gestaltung des Gottesdienstes hatte. Er kann mit Sicherheit als der Wegbereiter des späteren Gesangvereins angesehen werden. Seiner Art, Gewachsenes und Werdendes zu vereinen, wird es zu danken sein, dass schon ein Jahr nach der Gründung der junge Liederkranz teilnimmt an großer Festlichkeit des Ortes, bei der es an hohen Gästen nicht mangelte. 

 Veranlassung zu dieser Festlichkeit gaben die großen Verdienste des in Iptingen gebürtigen und in Honfleur in Frankreich wohnhaften Bankier Johannes von Huber, welchem Seine Königliche Majestät, in Anerkennung seiner Verdienste, kraft höchster Entschließung vom 19. Jan. d. J. das Ritterkreuz des Ordens der Württembergischen Krone gnädigst verliehen hat. Der Zweck dieser schönen Feier war, dass sich alle Ortseinwohner das Andenken des Mannes, der seinen Geburtsort in weiter Ferne in so treuer Anhänglichkeit bewahrt hat und nicht aufhört, ihm Wohltaten zuzuwenden, tief einprägen und in einem dankbaren Herzen bewahren sollen. Die Kosten der Feier anlässlich zwei der Gemeinde und den Armen erwiesenen Wohltaten (Bau des Armenhauses und Bepflanzung des Hohbergs mit 1500 veredelten Obstbäumen), welche sich auf 1744 Gulden und 57 Heller beliefen, hat Herr von Huber übernommen und so wundert es nicht, dass dieser hochherzig Schenkende dem Liederkranz auch seine erste Fahne schenkte. Später durften die Sänger sogar in einem Raum des Armenhauses ihre Singstunden abhalten. Alte Sänger berichten mit Stolz, dass sie oft mit nur wenigen Sängern hohe Anerkennung fanden. Inzwischen haben 170 Jahre dem alten Fahnentuch den Glanz der Seide genommen – geblieben aber ist ihr der Hauch jener Zeit, der uns im Bericht des Ortsgeistlichen entgegenweht und der uns mahnt, den Gesang allzeit in den rechten Dienst zu stellen.

50 Jahre nach der Gründung hat sich schon eine stattliche Sängerschaft unter der neuen zweiten Fahne versammelt, wie das Bild der alten Mannschaft rechts ausweist. Sollten doch die alten Befürchtungen wahr geworden sein, die in dem Brief vom 11. April 1841 zu lesen waren? Es scheint, als sei das Bierfass zu sehr in den Mittelpunkt gerückt und die Gläser scheinen eine wichtige Rolle zu spielen. Aber wer hat denn keinen Durst, wenn fleißig gesungen wird? Und man hatte doch Grund zum Singen! Wenn auch der alte Kanzler Bismarck vor einem Jahr zum Ruhestand gebracht worden war, ging es nicht unter dem neuen Kaiser „mit Volldampf voraus“?

Zwei schwere Kriege lähmten Volk und Land. Verstummt waren viele Sänger, irgendwo in fremder Erde. In der Heimat verlangten Not, Mühe und Arbeit alle Kraft, damit das Volk überlebe. Sorgen und Nöte waren hinfort die treuen Begleiter der Deutschen in ihrem Alltag.

Und dennoch gelang es, aus all der Belastung neuen Mut und frohe Zuversicht zu schöpfen. Das Lied erklang wieder, wenn auch leise und im verborgenen, aber es weckte mit die Kraft, die aufwärts führte. Und so entschloss sich im Dezember 1947 ein Häuflein von acht jungen Männern, den MGV Iptigen zum 1.1.1948 wieder aktiv am kulturellen Leben Iptingens teilhaben zu lassen.

„Sind wir von der Arbeit müde, ist noch Lust zu einem Liede“, so blickt es uns auf der Rückseite der dritten Fahne entgegen, die 1951 geweiht wurde. Die Vorderseite aber zeigt die alte Wehrkirche, das Wahrzeichen Iptingens, das uns zugleich mahnt, festgefügt zu bleiben, wie dieser alte, trutzige Bau.

Heute besteht der MGV Iptingen aus einem reinen Männerchor mit 22 Sängern im Alter von 36 bis 80 Jahren, einem gemischten Jugendchor mit neun Sängerinnen im Alter von 11 bis 18 Jahren und einem Kinderchor mit 17 Sängerinnen von sechs bis zehn Jahren. Rund 70 passive Mitglieder stärken uns den Rücken, doch der ewige Kampf um neue Sänger für den Männerchor bleibt uns nicht erspart.

Als Verein haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, das musikalische Leben in Iptingen und unserer Gesamtgemeinde Wiernsheim zu bereichern und zu pflegen. Zu unseren dauerhaften Aktivitäten gehören daher die Kirchplatzmatinee mit Gast-Chören, das Konzert "Iptingen musiziert" mit allen Iptinger Chören, Dauerkooperationen Schule-Verein und Kindergarten-Verein, Begleitung der Gedenkfeierlichkeiten am Ehrenmal, Adventssingen, Weihnachtssingen sowie Auftritte bei Veranstaltungen befreundeter Gesangsvereine, unserer örtlichen Vereine und der Kirchengemeinde.